Sozialwissenschaftliche Islam-Studien im Dilemma
bis
Samstag, 9. Mai 2026, 13:00 Uhr
Zwischen wissenschaftlichem Anspruch und öffentlicher Erwartung
Die Tagung widmet sich den wachsenden Spannungsfeldern der sozialwissenschaftlichen Forschung zu Muslim*innen in Deutschland: Studien mit positiven Ergebnissen werden häufig von rechten und islamfeindlichen Akteuren diskreditiert, während Befunde mit problematischen Aspekten Kritik aus muslimischen, antirassistischen oder linken Kontexten hervorrufen. Empirische Forschung wird so leicht politisiert und instrumentalisiert, statt als nüchterner Erkenntnisgewinn wahrgenommen zu werden.
Gleichzeitig trägt die Wissenschaft Verantwortung dafür, die gesellschaftliche Wirkung ihrer Forschung mitzudenken, ohne sich in ihrer Freiheit einschüchtern zu lassen. Erforderlich ist eine Haltung „kritischer Loyalität“: die Realität differenziert zu beschreiben, Missstände zu benennen und Vereinfachungen entgegenzutreten, ohne Vorurteile zu reproduzieren oder Konflikte zu scheuen. Studien zu Muslim*innen sind Teil eines breiteren gesellschaftlichen Selbstverständigungsprozesses, der nicht extremen Stimmen oder harmonisierenden Erwartungen überlassen werden darf.
Die Tagung „Sozialwissenschaftliche Islam-Studien im Dilemma“ greift diese Herausforderungen auf und bringt Vertreter*innen aus Wissenschaft, Medien, Politik und Wissenschaftseinrichtungen zusammen, um über Verantwortung, Deutungskämpfe und den Umgang mit Forschungsergebnissen zu diskutieren. Geplant sind Fachvorträge, Erfahrungsberichte und Podiumsdiskussionen.
Bei Rückfragen oder weiteren Anliegen, melden Sie sich bitte bei: islam.politik@uni-muenster.de
Eine ausführliche Tagungsbeschreibung finden Sie hier.
Weitere Informationen und einen detaillierten Programmablauf finden Sie hier.