Katholische Institutionen im Dialog

Gemälde von Dolores Puthod: “Followers of God” (1978)

Das Zweite Vatikanische Konzil markiert einen grundlegenden Neuanfang im Verhältnis der katholischen Kirche zum Islam und zu anderen Religionen. Mit Nostra aetate wurde die theologische Grundlage für den interreligiösen Dialog gelegt, die bis heute maßgeblich ist. eine institutionelle Seite. Bereits vor dem Ende des Konzils wurde für die institutionelle Verankerung des Dialoganliegens 1964 das „Sekretariat für Nichtchristen“ eingerichtet, das 1988 in den „Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog“ umbenannt wurde. Im Zuge einer Kurienreform wurde es 2022 zum „Dikasterium für den Interreligiösen Dialog“. Das Dikasterium koordiniert die weltweiten Dialogaktivitäten des Heiligen Stuhls und fördert den Austausch mit anderen Religionen in einer Haltung von Respekt, Wertschätzung und gemeinsamer Verantwortung. Innerhalb des Dikasteriums besteht eine eigene Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Muslimen. Sie dient als zentrale Anlaufstelle für den christlich-islamischen Dialog auf weltkirchlicher Ebene und fördert insbesondere den theologischen Austausch sowie die internationale Vernetzung.

In Deutschland wurde von der Deutschen Bischofskonferenz 1998 die Unterkommission für den Interreligiösen Dialog gegründet. Die Unterkommission für den interreligiösen Dialog fördert und gestaltet den Dialog zwischen Christen und Muslimen in Deutschland. Sie entwickelt kirchliche Positionen, stärkt die Vernetzung der diözesanen Beauftragten, initiiert neue Dialogformate und verbessert die Rahmenbedingungen. Zugleich pflegt sie den Austausch mit islamischen Verbänden sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus muslimischer Theologie und Zivilgesellschaft. Seit 2018 lädt der Vorsitzende der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog zu einem Jahresempfang der Partnerinnen und Partner im christlich-islamischen Dialog ein.

CIBEDO unterstützt als Fachstelle der Deutschen Bischofskonferenz für den christlich-islamischen Dialog die Arbeit der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog durch wissenschaftliche Expertise, Bildungsangebote, Publikationen und Dokumentation. Darüber hinaus begleitet sie Entwicklungen des muslimischen Lebens in Deutschland und fördert den Dialog auf fachlicher Ebene. Ebenso tritt CIBEDO in zahlreichen Begegnungsformaten, aber auch beratend, Fortbildung anbietend und publizierend und dokumentierend als feste katholische Institution im interreligiösen Dialog auf.

Friedensgebet in Berlin, Bischof Meier und Imam Begic, 20. September 2024 in Berlin
Christlich-islamische Feier auf dem Katholikentag, 30. Mai 2024 in Erfurt

Auf Ebene der Diözesen wird der interreligiöse Dialog maßgeblich von von den diözesanen Dialog- und Islambeauftragten verantwortet und getragen. Sie initiieren und koordinieren konkrete Begegnungen, sind Ansprechpartner für Gemeinden und muslimische Partner und wirken als zentrale Multiplikatoren des christlich-islamischen Dialogs vor Ort.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) trägt mit seinen Gesprächskreisen „Christen und Muslime“ sowie „Juden und Christen“ zur gesellschaftlichen Verankerung des interreligiösen Dialogs bei. Hier arbeiten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionen kontinuierlich zusammen und bringen ihre Perspektiven in Kirche und Öffentlichkeit ein.